AMALTHEA
 
 
 
 


 
 
 
 

Bis 1892 hatte man gedacht, das röteste Objekt im Sonnensystem sei der Mars. Doch am
9. September jenen Jahres, 282 Jahre nach der Entdeckung der vier Galileischen Monde,
entdeckte Edward Emerson Barnard einen fünften Jupitermond, der noch röter ist und nun
als das röteste Objekt im Sonnensystem gilt. Er ist übrigens der letzte Mond, der durch
direkte Beobachtung entdeckt wurde alle nachfolgenden Mondentdeckungen geschahen
mit Hilfe der Fotografie. Benannt wurde er nach der Nymphe Amalthea, die den kleinen
Jupiter, als er auf Kreta versteckt war, mit ihrer Milch ernährte. Übrigens war sie eine
Ziege. Zusätzlich gab sie ihm Nektar und Ambrosia, die aus ihren Hörnern flossen.
Amalthea erhielt die Bezeichnung Jupiter V.
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 

Aus der Gruppe der vier inneren Jupitermonde, deren Abstände zu Jupiter
zwischen ca. 1,8 und ca. 3,1 Jupiterradien liegen, ist Amalthea mit einem
Durchmesser von 250 km x 146 km x 128 km (im Mittel 167 km) der
größte. Die anderen drei Mitglieder dieser Gruppe wollen wir als
nächste Jupitermondthemen behandeln.
 
 
 
 
 
 
 


 

Aufnahme von Voyager 1 vom 5. März 1979
 
 
 
 
 
 
 

Amaltheas größter Durchmesser (250 km) ist gegenüber ihrem kleinsten Durchmesser (128 km)
um 122 Kilometer größer diese Differenz ist bei keinem anderen Mond des Sonnensystems
so groß. Das lässt darauf schließen, dass Amalthea ein ziemlich fester Körper ist, dessen Auf-
bau wahrscheinlich dem eines Planetoiden ähnlicher ist als dem der Galileischen Monde.
 
 
 
 
 
 
 


 

Größenvergleich zu Mond Io
 
 
 
 
 
 
 

Amalthea ist stark mit Kratern übersät, von denen manche im Verhältnis zur Mondgröße riesig sind:
der größte Krater, Pan, hat einen Durchmesser von 90 Kilometern und ist mindestens 8 Kilometer
tief; ein anderer Krater, Gaea, misst 75 Kilometer im Durchmesser und ist wahrscheinlich doppelt
so tief wie Pan. Sollte Gaea tatsächlich eine Tiefe von 16 Kilometern aufweisen, so wäre sie wohl
der im Verhältnis zum Durchmesser tiefste Krater im Sonnensystem. Ließe man einen Stein die
Innenwand hinabrollen, so würde es, ausgehend von einer Kegelform, zehn Minuten dauern,
bis er unten ankäme. Außerdem kennt man auf Amalthea zwei Berge, die bis zu
20 (!) Kilometer über ihre Umgebung hinaufragen.
 
 
 
 
 
 
 


 

Viermal Amalthea
 
 
 
 
 
 
 

Die rötliche Farbe Amaltheas kommt durch Ablagerungen von Schwefelstaub zustande, der
ursprünglich von Io stammt, wo er von den dortigen Vulkanen in den Weltraum ge-
schleudert worden ist. Auf Amaltheas größeren Hängen befinden sich helle
grüne Flecke, deren Herkunft allerdings derzeit unbekannt ist.
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 

Amaltheas große Bahnhalbachse beträgt 181362 km (entsprechend ca. 2,5 Jupiterradien). Mithin
braucht sie für einen Umlauf um Jupiter 0,4982 Tage (= 11 Stunden 57 Minuten). Nun ist die
Rotationszeit von Jupiter mit 0,4135 Tagen nicht viel kürzer, und so kommt es, dass
Amalthea am Jupiterhorizont nur knapp alle 6 Jupitertage einmal aufgeht (oder
untergeht), d. h., sie bleibt nahezu 3 (Jupiter-)Tage am Himmel.
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 

Animation von Amalthea (607 KB)
 
 
 
 
 
 
 

AMALTHEA in Kürze

 
 Bezeichnung  Jupiter V
 Entdeckungsjahr  1892
 Entdecker  Edward Emerson Barnard
 Durchmesser  250 km x 146 km x 128 km
 Rang  3.
 Große Bahnhalbachse  181362 km =
 ca. 2,5 Jupiterradien
 Umlaufzeit  0,4982 Tage
 Besonderheit  Rötester Mond
 

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Amalthea, im Hintergrund Jupiter und die Sonne
 
 
 
 
 

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Dies war die beeindruckende Amalthea.
Als nächstes erwartet Euch hier ein neuer Saturnmond. Seid gespannt auf

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